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Viele interessante Informationen zum Theme Yoga finden Sie beim
Berufsverband der Yogalehrenden in Deutschland e. V.
und bei
Wikipedia.
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Yoga im alten Indien
"Yoga" meinte im alten Indien zunächst etwas ganz Praktisches: das Anbinden oder Anschirren von Zugtieren (Ochsen, Pferden etc.) vor einen Wagen. Auch wir kennen den Begriff "Yoga" aus diesem Zusammenhang. Das deutsche Wort "Joch" und der indische Begriff "Yoga" sind sprachlich eng miteinander verwandt. Wenn man Zugtiere vor einen Wagen oder einen Pflug spannt, dann geschieht zweierlei: Die Tiere, die vorher für sich waren, werden miteinander verbunden, es erfolgt also eine Vereinigung. Andererseits bekommt der Fuhrmann oder Bauer mit dem Joch und Geschirr aber auch Kontrolle über die Tiere, es findet damit eine Lenkung der Zugtiere statt.
Somit kennen wir schon zwei ganz wichtige Elemente des Yoga-Weges: Yoga fügt etwas zusammen, stellt eine Einheit her - und Yoga erlaubt eine Kontrolle über die "Antriebskräfte", damit das "Fahrzeug" mit gebündelter Kraft in eine Richtung fahren kann. Die Weisen des alten Indien erkannten auch den tieferen Zusammenhang dieses Bildes. In den Upanisaden (ab etwa 900 v. Ch.) heißt es sinngemäß: "Dieser menschliche Körper ist das Fahrzeug der Seele (eigentlich des "Selbstes" = atman), und die menschlichen Sinne sind zunächst wie wilde Tiere. Sie müssen gebündelt (vereinigt) und kontrolliert (gelenkt) werden, damit der Mensch mit seinem Fahrzeug zur "Selbst-Verwirklichung" gelangen kann." Damit konnte der Begriff "Yoga" in den folgenden Jahrhunderten in Indien zu dem Oberbegriff für ein ganzes Bündel von Methoden und Techniken werden, die alle ein gemeinsames Ziel haben: die Befreiung des Menschen vom Leiden (duhkha).
Yoga im Westen
Bei aller Aufgeschlossenheit gegenüber den Einstellungen und Voraussetzungen des Westens, eines war und blieb für Vivekananda - und für das Gros der indischen Yogins - unbestritten: das spirituelle Ziel des Yoga. Yoga allein zur Entspannung und körperlichen Fitness war den meisten Indern zu jenem Zeitpunkt (noch) völlig unbekannt. Auch die ersten Yoga-Praktiker im Westen teilten diese spirituelle Orientierung des Yoga. Als beispielsweise gegen Ende des 19. Jahrhunderts in Deutschland theosophische Kreise damit begannen, den Yoga systematisch zu praktizieren, taten sie dies vor allem, um ihre spirituelle Entwicklung voranzubringen. Aus diesem Grunde ließen sich die frühen Theosophen auch nicht auf den indischen Hatha-Yoga ein. Galt dieser Zweig des Yoga doch der Hauptbegründerin der Theosophie, der Exilrussin Helena Petrowna Blavatsky (1831 - 1891), als den "Niederungen der Materie" verhaftet. Yoga sollte in der Theosophie (und in der frühen Anthroposophie) allein sogenannten "geistigen" Zielen dienen. Heute wissen wir, dass es trotz der Vorbehalte der Theosophen gegenüber dem Hatha-Yoga ganz anders kam. Wir wissen, dass Yoga heute für die allermeisten Menschen in Mitteleuropa zunächst eines bedeutet: Körperübungen, Atempraktiken und Entspannung. Diese (Um-)Orientierung des Yoga - hin auf eher materielle Zwecke und alltags-praktische Nützlichkeiten, die ich in meiner Dissertation als Utilisierung des Yoga bezeichnet habe - ging natürlich schrittweise von statten. Sie begann im Grunde schon vor dem ersten Weltkrieg mit den einschlägigen Schriften von H.W. Bondegger oder von Max Wilke, um nur zwei namhafte Vertreter dieser Richtung zu nennen. Und sie setzte sich fort, als nach 1920 immer mehr Psychologen und Mediziner damit begannen, die verschiedenen Körper- und Geistes-Techniken des Yoga nach den Kriterien moderner westlicher Wissenschaft zu prüfen und - zumindest in großen Teilen - für nützlich zu befinden. Bekanntestes Beispiel dieser Nutzbarmachung des Yoga auf wissenschaftlichem Hintergrund ist die Arbeit des Nervenarztes Johannes Heinrich Schultz (1884 - 1970). Als dieser ab 1920 sein Autogenes Training entwickelte, ließ er sich maßgeblich von Yoga-Praktiken inspirieren. Ja Schultz ging sogar so weit, in einem Artikel von 1932 zu betonen, dass Teilbereiche seines Autogenen Trainings ohne weiteres als "physiopsychologisch rationalisierter und systematisierter Yoga bezeichnet werden" dürfen. Die dynamische Entwicklung nach dem zweiten Weltkrieg tat dann ein Übriges, um die Verwestlichung und damit die Säkularisierung des Yoga zu fördern. Als mit den telegenen Yoga-Turnübungen von Kareen Zebroff im ZDF ab Ende 1973 der endgültige Yoga-Boom ausbrach, sah die Mehrzahl der Bundesbürger im Yoga längst ein exotisches angehauchtes Entspannungs- und Fitness-Programm. Die Anhänger und Befolger einer eher auf das Geistige und Spirituelle orientierten Yoga-Praxis blieben seither in Mitteleuropa in der Minderzahl.
Yoga in Deutschland
Richten wir einen kurzen Blick auf die moderne deutsche Yoga-Szene. Wahrscheinlich können heute mindestens drei Millionen Bundesbürger zum Kreis der Yoga-Übenden gerechnet werden. Interessant dürfte für viele vor allem eine Zahl sein: Rund 80% der SchülerInnen und LehrerInnen im deutschen Yoga sind Frauen! Das erstaunliche an dieser Zahl ist: Weder ein anderer mitteleuropäischer Staat, noch gar Indien - das Ursprungsland des Yoga -, weist einen derart hohen Frauenanteil unter den Yoga-Praktikern auf. Die Gründe für dieses deutsche Spezifikum sind vielfältig und können hier nicht näher erörtert werden. In den letzten Jahren sind in der deutschen Yoga-Szene einige recht interessante Entwicklungen zu beobachten. An herausragender Stelle stehen hierbei die Bemühungen verschiedener Institutionen, ihre Ausbildung von Yogalehrerinnen und Yogalehrern dem hohen Anspruch und Niveau des traditionellen Yoga anzugleichen. Besonders einige private Yoga-Schulen, von denen es mittlerweile über 200 in ganz Deutschland gibt, und der Berufsverband der Yogalehrenden in Deutschland e.V. (BDY) bemühen sich seit Jahren um die Sicherung und Vereinheitlichung von Qualitätskriterien für die Ausübung einer Yoga-Lehrtätigkeit. Der BDY, der im Juni 1997 sein 30jähriges Jubiläum mit einem großen Yoga-Kongress in Berlin feiern konnte, baute sein Ausbildungskonzept auf dem sogenannten "Europäischen Basis-Programm" für die YogalehrerInnen-Ausbildung auf, das 1976 von der "Europäischen Yoga-Union" (EYU) verabschiedet worden war und das 1996 überarbeitet wurde. Dieses Ausbildungskonzept des BDY hat heute allgemeine Anerkennung gefunden.
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Yoga im alten Indien
"Yoga" meinte im alten Indien zunächst etwas ganz Praktisches: das Anbinden oder Anschirren von Zugtieren (Ochsen, Pferden etc.) vor einen Wagen. Auch wir kennen den Begriff "Yoga" aus diesem Zusammenhang. Das deutsche Wort "Joch" und der indische Begriff "Yoga" sind sprachlich eng miteinander verwandt. Wenn man Zugtiere vor einen Wagen oder einen Pflug spannt, dann geschieht zweierlei: Die Tiere, die vorher für sich waren, werden miteinander verbunden, es erfolgt also eine Vereinigung. Andererseits bekommt der Fuhrmann oder Bauer mit dem Joch und Geschirr aber auch Kontrolle über die Tiere, es findet damit eine Lenkung der Zugtiere statt.
Somit kennen wir schon zwei ganz wichtige Elemente des Yoga-Weges: Yoga fügt etwas zusammen, stellt eine Einheit her - und Yoga erlaubt eine Kontrolle über die "Antriebskräfte", damit das "Fahrzeug" mit gebündelter Kraft in eine Richtung fahren kann. Die Weisen des alten Indien erkannten auch den tieferen Zusammenhang dieses Bildes. In den Upanisaden (ab etwa 900 v. Ch.) heißt es sinngemäß: "Dieser menschliche Körper ist das Fahrzeug der Seele (eigentlich des "Selbstes" = atman), und die menschlichen Sinne sind zunächst wie wilde Tiere. Sie müssen gebündelt (vereinigt) und kontrolliert (gelenkt) werden, damit der Mensch mit seinem Fahrzeug zur "Selbst-Verwirklichung" gelangen kann." Damit konnte der Begriff "Yoga" in den folgenden Jahrhunderten in Indien zu dem Oberbegriff für ein ganzes Bündel von Methoden und Techniken werden, die alle ein gemeinsames Ziel haben: die Befreiung des Menschen vom Leiden (duhkha).
Yoga im Westen
Bei aller Aufgeschlossenheit gegenüber den Einstellungen und Voraussetzungen des Westens, eines war und blieb für Vivekananda - und für das Gros der indischen Yogins - unbestritten: das spirituelle Ziel des Yoga. Yoga allein zur Entspannung und körperlichen Fitness war den meisten Indern zu jenem Zeitpunkt (noch) völlig unbekannt. Auch die ersten Yoga-Praktiker im Westen teilten diese spirituelle Orientierung des Yoga. Als beispielsweise gegen Ende des 19. Jahrhunderts in Deutschland theosophische Kreise damit begannen, den Yoga systematisch zu praktizieren, taten sie dies vor allem, um ihre spirituelle Entwicklung voranzubringen. Aus diesem Grunde ließen sich die frühen Theosophen auch nicht auf den indischen Hatha-Yoga ein. Galt dieser Zweig des Yoga doch der Hauptbegründerin der Theosophie, der Exilrussin Helena Petrowna Blavatsky (1831 - 1891), als den "Niederungen der Materie" verhaftet. Yoga sollte in der Theosophie (und in der frühen Anthroposophie) allein sogenannten "geistigen" Zielen dienen. Heute wissen wir, dass es trotz der Vorbehalte der Theosophen gegenüber dem Hatha-Yoga ganz anders kam. Wir wissen, dass Yoga heute für die allermeisten Menschen in Mitteleuropa zunächst eines bedeutet: Körperübungen, Atempraktiken und Entspannung. Diese (Um-)Orientierung des Yoga - hin auf eher materielle Zwecke und alltags-praktische Nützlichkeiten, die ich in meiner Dissertation als Utilisierung des Yoga bezeichnet habe - ging natürlich schrittweise von statten. Sie begann im Grunde schon vor dem ersten Weltkrieg mit den einschlägigen Schriften von H.W. Bondegger oder von Max Wilke, um nur zwei namhafte Vertreter dieser Richtung zu nennen. Und sie setzte sich fort, als nach 1920 immer mehr Psychologen und Mediziner damit begannen, die verschiedenen Körper- und Geistes-Techniken des Yoga nach den Kriterien moderner westlicher Wissenschaft zu prüfen und - zumindest in großen Teilen - für nützlich zu befinden. Bekanntestes Beispiel dieser Nutzbarmachung des Yoga auf wissenschaftlichem Hintergrund ist die Arbeit des Nervenarztes Johannes Heinrich Schultz (1884 - 1970). Als dieser ab 1920 sein Autogenes Training entwickelte, ließ er sich maßgeblich von Yoga-Praktiken inspirieren. Ja Schultz ging sogar so weit, in einem Artikel von 1932 zu betonen, dass Teilbereiche seines Autogenen Trainings ohne weiteres als "physiopsychologisch rationalisierter und systematisierter Yoga bezeichnet werden" dürfen. Die dynamische Entwicklung nach dem zweiten Weltkrieg tat dann ein Übriges, um die Verwestlichung und damit die Säkularisierung des Yoga zu fördern. Als mit den telegenen Yoga-Turnübungen von Kareen Zebroff im ZDF ab Ende 1973 der endgültige Yoga-Boom ausbrach, sah die Mehrzahl der Bundesbürger im Yoga längst ein exotisches angehauchtes Entspannungs- und Fitness-Programm. Die Anhänger und Befolger einer eher auf das Geistige und Spirituelle orientierten Yoga-Praxis blieben seither in Mitteleuropa in der Minderzahl.
Yoga in Deutschland
Richten wir einen kurzen Blick auf die moderne deutsche Yoga-Szene. Wahrscheinlich können heute mindestens drei Millionen Bundesbürger zum Kreis der Yoga-Übenden gerechnet werden. Interessant dürfte für viele vor allem eine Zahl sein: Rund 80% der SchülerInnen und LehrerInnen im deutschen Yoga sind Frauen! Das erstaunliche an dieser Zahl ist: Weder ein anderer mitteleuropäischer Staat, noch gar Indien - das Ursprungsland des Yoga -, weist einen derart hohen Frauenanteil unter den Yoga-Praktikern auf. Die Gründe für dieses deutsche Spezifikum sind vielfältig und können hier nicht näher erörtert werden. In den letzten Jahren sind in der deutschen Yoga-Szene einige recht interessante Entwicklungen zu beobachten. An herausragender Stelle stehen hierbei die Bemühungen verschiedener Institutionen, ihre Ausbildung von Yogalehrerinnen und Yogalehrern dem hohen Anspruch und Niveau des traditionellen Yoga anzugleichen. Besonders einige private Yoga-Schulen, von denen es mittlerweile über 200 in ganz Deutschland gibt, und der Berufsverband der Yogalehrenden in Deutschland e.V. (BDY) bemühen sich seit Jahren um die Sicherung und Vereinheitlichung von Qualitätskriterien für die Ausübung einer Yoga-Lehrtätigkeit. Der BDY, der im Juni 1997 sein 30jähriges Jubiläum mit einem großen Yoga-Kongress in Berlin feiern konnte, baute sein Ausbildungskonzept auf dem sogenannten "Europäischen Basis-Programm" für die YogalehrerInnen-Ausbildung auf, das 1976 von der "Europäischen Yoga-Union" (EYU) verabschiedet worden war und das 1996 überarbeitet wurde. Dieses Ausbildungskonzept des BDY hat heute allgemeine Anerkennung gefunden.
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Yoga im alten Indien
"Yoga" meinte im alten Indien zunächst etwas ganz Praktisches: das Anbinden oder Anschirren von Zugtieren (Ochsen, Pferden etc.) vor einen Wagen. Auch wir kennen den Begriff "Yoga" aus diesem Zusammenhang. Das deutsche Wort "Joch" und der indische Begriff "Yoga" sind sprachlich eng miteinander verwandt. Wenn man Zugtiere vor einen Wagen oder einen Pflug spannt, dann geschieht zweierlei: Die Tiere, die vorher für sich waren, werden miteinander verbunden, es erfolgt also eine Vereinigung. Andererseits bekommt der Fuhrmann oder Bauer mit dem Joch und Geschirr aber auch Kontrolle über die Tiere, es findet damit eine Lenkung der Zugtiere statt.
Somit kennen wir schon zwei ganz wichtige Elemente des Yoga-Weges: Yoga fügt etwas zusammen, stellt eine Einheit her - und Yoga erlaubt eine Kontrolle über die "Antriebskräfte", damit das "Fahrzeug" mit gebündelter Kraft in eine Richtung fahren kann. Die Weisen des alten Indien erkannten auch den tieferen Zusammenhang dieses Bildes. In den Upanisaden (ab etwa 900 v. Ch.) heißt es sinngemäß: "Dieser menschliche Körper ist das Fahrzeug der Seele (eigentlich des "Selbstes" = atman), und die menschlichen Sinne sind zunächst wie wilde Tiere. Sie müssen gebündelt (vereinigt) und kontrolliert (gelenkt) werden, damit der Mensch mit seinem Fahrzeug zur "Selbst-Verwirklichung" gelangen kann." Damit konnte der Begriff "Yoga" in den folgenden Jahrhunderten in Indien zu dem Oberbegriff für ein ganzes Bündel von Methoden und Techniken werden, die alle ein gemeinsames Ziel haben: die Befreiung des Menschen vom Leiden (duhkha).
Yoga im Westen
Bei aller Aufgeschlossenheit gegenüber den Einstellungen und Voraussetzungen des Westens, eines war und blieb für Vivekananda - und für das Gros der indischen Yogins - unbestritten: das spirituelle Ziel des Yoga. Yoga allein zur Entspannung und körperlichen Fitness war den meisten Indern zu jenem Zeitpunkt (noch) völlig unbekannt. Auch die ersten Yoga-Praktiker im Westen teilten diese spirituelle Orientierung des Yoga. Als beispielsweise gegen Ende des 19. Jahrhunderts in Deutschland theosophische Kreise damit begannen, den Yoga systematisch zu praktizieren, taten sie dies vor allem, um ihre spirituelle Entwicklung voranzubringen. Aus diesem Grunde ließen sich die frühen Theosophen auch nicht auf den indischen Hatha-Yoga ein. Galt dieser Zweig des Yoga doch der Hauptbegründerin der Theosophie, der Exilrussin Helena Petrowna Blavatsky (1831 - 1891), als den "Niederungen der Materie" verhaftet. Yoga sollte in der Theosophie (und in der frühen Anthroposophie) allein sogenannten "geistigen" Zielen dienen. Heute wissen wir, dass es trotz der Vorbehalte der Theosophen gegenüber dem Hatha-Yoga ganz anders kam. Wir wissen, dass Yoga heute für die allermeisten Menschen in Mitteleuropa zunächst eines bedeutet: Körperübungen, Atempraktiken und Entspannung. Diese (Um-)Orientierung des Yoga - hin auf eher materielle Zwecke und alltags-praktische Nützlichkeiten, die ich in meiner Dissertation als Utilisierung des Yoga bezeichnet habe - ging natürlich schrittweise von statten. Sie begann im Grunde schon vor dem ersten Weltkrieg mit den einschlägigen Schriften von H.W. Bondegger oder von Max Wilke, um nur zwei namhafte Vertreter dieser Richtung zu nennen. Und sie setzte sich fort, als nach 1920 immer mehr Psychologen und Mediziner damit begannen, die verschiedenen Körper- und Geistes-Techniken des Yoga nach den Kriterien moderner westlicher Wissenschaft zu prüfen und - zumindest in großen Teilen - für nützlich zu befinden. Bekanntestes Beispiel dieser Nutzbarmachung des Yoga auf wissenschaftlichem Hintergrund ist die Arbeit des Nervenarztes Johannes Heinrich Schultz (1884 - 1970). Als dieser ab 1920 sein Autogenes Training entwickelte, ließ er sich maßgeblich von Yoga-Praktiken inspirieren. Ja Schultz ging sogar so weit, in einem Artikel von 1932 zu betonen, dass Teilbereiche seines Autogenen Trainings ohne weiteres als "physiopsychologisch rationalisierter und systematisierter Yoga bezeichnet werden" dürfen. Die dynamische Entwicklung nach dem zweiten Weltkrieg tat dann ein Übriges, um die Verwestlichung und damit die Säkularisierung des Yoga zu fördern. Als mit den telegenen Yoga-Turnübungen von Kareen Zebroff im ZDF ab Ende 1973 der endgültige Yoga-Boom ausbrach, sah die Mehrzahl der Bundesbürger im Yoga längst ein exotisches angehauchtes Entspannungs- und Fitness-Programm. Die Anhänger und Befolger einer eher auf das Geistige und Spirituelle orientierten Yoga-Praxis blieben seither in Mitteleuropa in der Minderzahl.
Yoga in Deutschland
Richten wir einen kurzen Blick auf die moderne deutsche Yoga-Szene. Wahrscheinlich können heute mindestens drei Millionen Bundesbürger zum Kreis der Yoga-Übenden gerechnet werden. Interessant dürfte für viele vor allem eine Zahl sein: Rund 80% der SchülerInnen und LehrerInnen im deutschen Yoga sind Frauen! Das erstaunliche an dieser Zahl ist: Weder ein anderer mitteleuropäischer Staat, noch gar Indien - das Ursprungsland des Yoga -, weist einen derart hohen Frauenanteil unter den Yoga-Praktikern auf. Die Gründe für dieses deutsche Spezifikum sind vielfältig und können hier nicht näher erörtert werden. In den letzten Jahren sind in der deutschen Yoga-Szene einige recht interessante Entwicklungen zu beobachten. An herausragender Stelle stehen hierbei die Bemühungen verschiedener Institutionen, ihre Ausbildung von Yogalehrerinnen und Yogalehrern dem hohen Anspruch und Niveau des traditionellen Yoga anzugleichen. Besonders einige private Yoga-Schulen, von denen es mittlerweile über 200 in ganz Deutschland gibt, und der Berufsverband der Yogalehrenden in Deutschland e.V. (BDY) bemühen sich seit Jahren um die Sicherung und Vereinheitlichung von Qualitätskriterien für die Ausübung einer Yoga-Lehrtätigkeit. Der BDY, der im Juni 1997 sein 30jähriges Jubiläum mit einem großen Yoga-Kongress in Berlin feiern konnte, baute sein Ausbildungskonzept auf dem sogenannten "Europäischen Basis-Programm" für die YogalehrerInnen-Ausbildung auf, das 1976 von der "Europäischen Yoga-Union" (EYU) verabschiedet worden war und das 1996 überarbeitet wurde. Dieses Ausbildungskonzept des BDY hat heute allgemeine Anerkennung gefunden.
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Quelle:
Dr. Christian Fuchs, Stuttgart (Indologe und Religionswissenschaftler)
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